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Festgeld statt Sparbuch?

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:: Festgeld statt Sparbuch?

Festgeld als Alternative zum Sparbuch?

Immer mehr Deutsche erkennen mittlerweile dass das Sparbuch kein guter Ort für die eigenen Ersparnisse ist. Die Zinsen die auf einem gewöhnlichen Sparbuch geboten werden, übersteigen nur selten die Grenze von einem Prozent, häufig werden, zumindest bei einer eher geringen Anlagesumme, sogar nur 0,5 Prozent Zinsen pro Jahr gewährt. Dennoch nutzen noch immer viele Menschen ein solches Sparbuch für ihre Rücklagen, da sie diese zum einen in Sicherheit sehen möchten und zum anderen denken, dass ein halber Prozentpunkt Zinsen immerhin noch einen kleinen Zugewinn darstellt. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn um zu erkennen ob bei einer Geldanlage ein Gewinn entsteht, muss man auch die aktuelle Inflationsrate miteinbeziehen.

Die Inflationsrate beschreibt die Teuerungsrate von Waren binnen eines Jahres, sie zeigt also an, um wie viel Waren im Laufe des letzten Jahres im Preis zugenommen haben. Der daraus resultierende Umkehrschluss ist, dass das Geld in diesem Zeitraum an Wert verloren hat, daher wird im Zusammenhang mit der Inflation auch von Geldentwertung gesprochen. In Deutschland beträgt die Inflation bereits seit Jahren rund zwei Prozent und liegt aktuell sogar noch etwas darüber. Dies bedeutet dass der reale Wert des Geldes derzeit binnen eines Jahres um mehr als zwei Prozent abnimmt. Hier entsteht nun das eigentliche Problem, denn wenn die eigenen Ersparnisse im Laufe eines Jahres auf einem Sparbuch nur um einen Prozent zunehmen, der Wertverlust im gleichen Zeitraum jedoch mehr als zwei Prozent beträgt, so nimmt der reale Wert der Ersparnisse mit jedem Jahr um mehr als ein Prozent ab – ein achtes Verlustgeschäft.

Genau aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Menschen für alternative Anlageformen und verzichten lieber auf das altbekannte Sparbuch. Die gängigsten Alternativen stellen hier das Tagesgeld und eben das Festgeld dar. Diese beiden Anlageformen ähneln sich in fast allen Punkten, haben jedoch einen gewichtigen Unterschied. Während der Anleger jederzeit auf das auf einem Tagesgeldkonto angelegte Kapital zugreifen kann, muss er sich bei einer Anlage in Festgeld für einen zuvor festgelegten Zeitraum binden. Während der Laufzeit einer Festgeld Anlage kann also nicht über die Ersparnisse verfügt werden, sie liegen buchstäblich fest. Wieso also sollte man dennoch das Festgeld als Geldanlage nutzen, wenn es mit dem Tagesgeld doch eine Alternative gibt, bei der eine solche Bindung nicht erforderlich ist? Der Grund hierfür sind die feststehenden Zinsen während der gesamten Laufzeit. Während beim Tagesgeld die Zinsen seitens der Bank jederzeit an das aktuelle Marktumfeld angepasst werden können, werden die Zinsen beim Festgeld zu Beginn der Anlage festgesetzt und bleiben dann während der gesamten Anlagedauer konstant, eine Anpassung erfolgt beim Festgeld nicht.

Wofür sollte man sich also entscheiden, Tagesgeld, Festgeld oder doch das Sparbuch? Das Sparbuch kann als Anlageform aufgrund der niedrigeren Zinsen leicht ausgeschlossen werden, da es mit einem Sparbuch kaum möglich ist die inflationsbedingten Wertverluste auszugleichen. Tagesgeld und Festgeld dagegen eignen sich beide als Alternative, denn beide schaffen es auch inflationsbereinigt noch einen kleinen Gewinn zu erwirtschaften. Ob sich ein Anleger nun für das Tagesgeld oder doch das Festgeld entscheidet, hängt vor allem von zwei Faktoren ab. Zum einen muss er sich bei einer Anlage in Festgeld sicher sein, dass er während der Laufzeit definitiv nicht auf die Rücklagen zugreifen muss. Bei Anlagedauern von weniger als drei Monaten lohnt sich die Anlage in Festgeld kaum, richtig interessant wird Festgeld auch erst bei einer Dauer von mindestens ein bis zwei Jahren. Kann sich der Anleger also nicht sicher sein auf sein Erspartes während einer solchen Laufzeit zu verzichten, so sollte er das Festgeld als Anlageform nicht wählen und lieber auf Tagesgeld setzen. Ein weiterer Faktor für die Entscheidung zwischen Festgeld und Tagesgeld ist die erwartete Zinsentwicklung. Da beim Festgeld während der Laufzeit die Zinsen feststehen, beim Tagesgeld hingegen jederzeit angepasst werden, spielt die Erwartung der zukünftigen marktüblichen Höhe der Zinsen eine Rolle bei der Entscheidung zwischen Festgeld und Tagesgeld. Rechnet der Anleger in Zukunft eher mit steigenden Zinsen, kann Tagesgeld die lukrativere Variante sein, denn während der Anleger beim Festgeld nicht von steigenden Zinsen profitieren kann, ist es denkbar dass seine Bank die Zinsen für Tagesgeld erhöht und dem Marktumfeld anpasst. Rechnet der Anleger hingegen eher mit sinkenden Zinsen, so kann Festgeld vom Vorteil sein, stehen die Zinsen beim Festgeld doch während der gesamten Laufzeit fest. Der Anleger erhält also beim Festgeld auch weiterhin höhere Zinsen, selbst wenn die Zinsen beim Tagesgeld und neu abzuschließenden Anlagen in Festgeld gesenkt werden.

Ob ein Anleger für seine Ersparnisse lieber Tagesgeld oder Festgeld nutzen sollte, ist also nicht so einfach zu beantworten. Muss er damit rechnen diese Mittel in naher Zukunft zu benötigen, so bietet es sich eher an auf Tagesgeld zu setzen. Ist er sich hingegen sicher die Rücklagen während der nächsten ein oder zwei Jahre nicht zu benötigen, so stellt eine Kombination aus beiden Anlageformen eine sichere und lukrative Variante dar. Verteilt er seine Rücklagen sowohl auf das Tagesgeld als auch auf das Festgeld, so kann er zumindest auf einen Teil seiner Ersparnisse jederzeit zugreifen, kann aber dennoch zum Teil von den attraktiven Zinsen des Festgeld profitieren.

Festgeld Vergleich

Tagesgeld Vergleich


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